Oberes Wasserwerk

Oberes Wasserwerk

Für den Betrieb von Wasserspielen im Schwetzinger Schlossgarten war eine ausgeklügelte Wasserversorgung mit entsprechender Maschinerie nötig. Die zahlreichen Brunnen und Wasserkünste im Gartenareal wurden durch zwei Wasserwerke versorgt. 

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Das Obere Wasserwerk bediente den Arionbrunnen bis zu den wasserspeienden Hirschen sowie den Seepferdchenbrunnen.

Aus einem zeitgenössischen Bericht geht hervor, dass in Schwetzingen bereits im Jahre 1726 ein Brunnenwerk bestand. Es ist anzunehmen, dass auch zu dieser Zeit schon Wasserspiele in dem Vorgängergarten des Schlosses in Betrieb waren. Dieses als Brunnenhaus mit Stub´, Turm und einer angegliederten Mühle ausgestattete Anlage wurde 1740 vergrößert und technisch verbessert. Betrieben wurde die Anlage von einem kurfürstlichen Brunnenmeister: Die Familie Breuer stellte einen solchen in mehreren Generationen.

Das alte Wasserwerk war 1740 in einem schlechten Zustand, die ersten Instandsetzungen wurden in Angriff genommen, unter anderem nach Plänen von Rabaliatti im Jahre 1755. 1756 reiste Thomas Breuer zusammen mit dem Hofbildhauer Verschaffelt nach Paris, um Anregungen für eine neue und zeitgemäße Maschinerie zu erhalten. Die neuen Errungenschaften fanden wohl ihre Anwendung. 1762 berichtet Pigage über eine so genannte „maison hydraulique“.

1771 schlägt Pigage den Bau eines neuen Turms mit hydraulischer Mechanik vor - vor dort aus sollten die Gärten gespeist werden. Das Obere Wasserwerk (heute Finanzamt) wurde um 1774 in Betrieb genommen. Das Gebäude wurde mit zwei Wasserbehälter im Obergeschoss ausgestattet. Als Antrieb für die Maschinerie dienten Wasserräder im benachbarten Leimbach. Über die Druckleitung des Oberen Wasserwerks konnte eine Höhe von 15 Metern bei der Fontäne des Arionbrunnens erreicht werden – für die damalige Zeit eine enorme Leistung. Da das 2. OG die beiden gefüllten Wannen tragen musste, war das Untergeschoss massiv gebaut, hier wie auch im OG hat Pigage den gotisierenden Spitzbogen eingefügt, um die Last ideal abzuleiten.

Bereits im 19. Jhdts. galt das Wasserwerk als eine Sehenswürdigkeit. Noch weit bis ins 19. Jahrhundert wurde das Wasserwerk durch die technische Meisterleistung der Hydraulik angetrieben.

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„Kurfürstentour“