Römische Wasserleitung

Unteres Wasserwerk / Aquädukt

Da Kurfürst Carl Theodor den Garten zunehmend erweitern ließ, stieg auch der Wasserbedarf. Das Obere Wasserwerk reichte nicht mehr aus, so dass zwischen 1762 und 1765 das Untere Wasserwerk errichtet wurde. 

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Hier ist heute noch eine durch Wasserkraft betriebene Knochenmühle zu sehen. Knochenmehl nutzte man zur Herstellung von Leim und Dünger. Das Ensemble ist nur per Sonderführungen zu besichtigen.

Diese zwei Wasserwerke, das untere und das obere Wasserwerk, speisten nun einst den Schlossgarten. Die Technik des unteren Wasserwerks orientierte sich nach der Maschinerie des Oberen Wasserwerks, jedoch in verkleinerter Form. Das Wasser floss über die römische Wasserleitung zum Wasserkastell und über Erdleitungen zum Perspektiv am Badhaus, zum Wildschweinbrunnen und zur Kaskade am Apollotempel. Besonders interessant ist hierbei, dass durch das Aquädukt eine „natürliche“ Verbindung von Schlossgarten zum umgebenden Marktflecken, der heutigen Stadt Schwetzingen, hergestellt ist.

Während die Rückseite eher die technische Seite „hinter den Kulissen“ offenbart, somit ganz und gar auf Funktionalität ausgerichtet ist, ist das Wasserkastell von Schlossgartenseite aus gesehen auf Ästhetik und die neueste Gartenmode hin gestaltet. Nach englischem Vorbild wurde bewusst eine römische Ruine erbaut, die in ein malerisches, durch die frei wachsende Natur umrandetes Ambiente platziert wurde, und alles in allem ein arkadisches Gesamtbild offenbart. Wir kennen solche arkadischen Landschaften durch Gemälde von z.B. Claude Lorrain bereits aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert. In der Gartenkunst wurden diese „Views“ in den englischen Landschaftsgarten, der als DER augenscheinliche Ausdruck der Aufklärung galt, aufgegriffen und sie blieben auch für den zeitlich folgenden romantischen Garten ein fest etabliertes Motiv.

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