Kulturreferentin Dr. Barbara Gilsdorf rückt mit ihren Rundgängen die Künstler Otto Mindhoff (1932–2019) und Heinz Friedrich (1924–2018) in deren Geburtsmonat Februar in den Mittelpunkt. Die beiden Künstlerpersönlichkeiten beeindrucken auch nach ihrem Tod mit Kunstwerken in der Galerie des Schwetzinger Rathauses und im öffentlichen Raum.
Die erste Führung am 13. Februar 2025 (17 Uhr) beleuchtet das Werk von Otto Mindhoff. Am 20. Februar 2025 liegt der Fokus auf Heinz. Der Rundgang beginnt in der Rathausgalerie Schwetzingen (Hebelstraße 1), wo ein Querschnitt der künstlerischen Nachlässe beider Künstler ausgestellt ist. Im Anschluss führt Dr. Gilsdorf die Teilnehmer zu ausgewählten Wandbildern der Künstler im öffentlichen Raum und erläutert deren kunsthistorische Bedeutung.
Die Führungen sind einzeln buchbar und kosten jeweils 8 EUR (ermäßigt 6 EUR). Treffpunkt ist das Rathaus Schwetzingen.
Hier die Veranstaltungen im Überblick:
- „Schwetzinger Künstler: Otto Mindhoff“: Donnerstag, 13.02.2025, 17.00 Uhr; 8 Euro, (Ermäßigte 6 Euro), Treffpunkt: Rathaus, Hebelstraße 1, Schwetzingen
- Schwetzinger Künstler: Heinz Friedrich: Donnerstag, 20.02.2024, 17.00 Uhr; 8 Euro, (Ermäßigte 6 Euro), Treffpunkt: Rathaus, Hebelstraße 1, Schwetzingen
- Ticketkauf oder Reservierung: Touristinformation, Dreikönigstraße 3: 06202 87400; touristinfo@schwetzingen.de.
Informationen: Otto Mindhoff (1932–2019)
Schon früh entwickelte Mindhoff als zentrales Motiv den so genannten „Technoiden“, eine monumentale und stilisierte Darstellung eines Kopfes. Hierin sieht Otto Mindhoff grundsätzlich die Begegnung von Mensch und Technik und deren Konfrontation im täglichen Leben versinnbildlicht.
Seit den 1970er Jahren lebte der gebürtige Nordrhein-Westfale Otto Mindhoff in Schwetzingen. Wie sein Professor HAP Grieshaber erreichte er nach Beendigung seines Studiums an der Karlsruher Akademie als Druckgraphiker ein gewisses Renommee. Mindhoff galt als einer der wichtigsten Künstler seiner Generation in Baden-Württemberg. Folglich gehört er zu dem Kreis der 13 Künstler, die seit 1961 mit ihren Werken im Haus des Landtags bzw. Haus der Abgeordneten in der Landeshauptstadt Stuttgart vertreten sind.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit legte Mindhoff stets einen Fokus auf die Kunstvermittlung. 1972 war er Mitbegründer des Schwetzinger Kunstvereins, dessen künstlerische Leitung er für einige Jahre übernahm. Ebenso bekleidete er den Vorsitz der Vereinigung von Holzschneidern „Xylon – deutsche Sektion“, aus dem 1987 der Schwetzinger Verein „Xylon Museum + Werkstätten“ hervorging.
Eine charakteristische Formensprache basierend auf einer dominanten Blau-Grün-Palette war bei Otto Mindhoff bereits in den 60er Jahren ausgeprägt. Er gehörte zu den Künstlern, die ihren Ausdruck im Gegensatz zur vorherrschend gestisch-spontanen oder streng-geometrischen abstrakten Kunst im Figürlichen fanden. Mindhoff sieht sich als Vertreter der so genannten Neuen Figuration, die sich in den 50er und 60er Jahren nicht über einen einheitlichen Stil, sondern über eine einheitliche Haltung definierte. Auch wenn er eine ganz eigene, unverwechselbare Bildsprache entwickelte, so ist seiner Kunst eine prinzipielle Anknüpfung an Fernand Légers „periode mecanique“ zu eigen. Schon früh entwickelte Mindhoff als zentrales Motiv den so genannten „Technoiden“, eine monumentale und stilisierte Darstellung eines Kopfes. Hierin sieht Otto Mindhoff grundsätzlich die Begegnung von Mensch und Technik und deren Konfrontation im täglichen Leben versinnbildlicht. Otto Mindhoff verstarb im Alter von 87 Jahren in Schwetzingen. www.xylon-museum.de
Informationen: Heinz Friedrich (1924 – 2018)
Der Schwetzinger Maler hat schon sehr früh in der rein gegenständlichen, expressionistisch geprägten Malerei seine künstlerische Ausdrucksweise gefunden.
Auch in der Wahl der Sujets war Heinz Friedrich ein Klassiker – er begnügte sich mit den traditionellen Themen Landschaft, Stillleben und dem Menschenbild, insbesondere dem Porträt. Letzterem galt seine Vorliebe.
Auch in der Wahl der Sujets war Heinz Friedrich ein Klassiker – er begnügte sich mit den traditionellen Themen Landschaft, Stillleben und dem Menschenbild, insbesondere dem Porträt. Letzterem galt seine Vorliebe. Die Bildnisse sind klar und bestechend, auf anziehende Weise unprätentiös, uneitel die Kleidung, knapp die Gestik, sparsam die Posen und Requisiten. Keine Ablenkung von dem Wesentlichen, dem Wesen des Dargestellten, scheint erlaubt. Doch gerade in dieser Sparsamkeit entsenden die Porträtierten Würde und Charisma. Oft nur Kleinigkeiten ziehen den Betrachter in Bann, die lässig übereinandergeschlagenen Beine, melancholisch herabgesenkte Augenlider, das selbstbewusste Halten einer Zigarette, ein leicht geöffnetes Negligé, das Spiel der schmalen Finger. Stets ist dem Maler die ausdrucksstarke und kontrastreiche Farbgebung ein wichtiger Begleiter. Nicht kühn, sondern überlegt spielt er mit der Kraft und dem suggestiven Klang von Farben, die in der Interaktion auf eine harmonische Gesamtwirkung abzielen.
1968 wandte sich die Schwetzinger Künstlerpersönlichkeit der Technik des Farbholzschnitts zu, die er sich im Eigenstudium beibrachte und in der er binnen kurzer Zeit eine erstaunliche Meisterschaft erreichte. Auch hier wandelte Heinz Friedrich auf expressionistischen Pfaden: klar, unmittelbar und schlagkräftig die Motive gemäß der Forderung eines materialgerechten Ausdrucks. Heinz Friedrich verstarb 2018 in Schwetzingen.