Klassik Konzert
Schwetzinger SWR Festspiele: Sirenengesänge und Flötenklänge
Residenzkünstlerin Dorothee Oberlinger und ihr Ensemble 1700 mit Blockflötenkonzerten und weiteren Werken des Barock.
Wir wissen nicht, wie schön die Stimmen der antiken Sirenen klangen. Wir wissen nur, dass, wer sie hörte, zu Tode kam. Und dass deshalb Odysseus und seine Mitreisenden ihre Ohren mit Wachs verstopften, als sie an den Singenden vorübersegelten. Aus Wut und Trauer darüber haben sich die Sirenen anschließend selbst getötet. Aus, vorbei! Das Publikum muss also nicht um sein Leben fürchten, wenn es seine Ohren jetzt für betörende Klänge öffnet, die in der Nähe des mythologischen Geschehens entstanden. Die Schwetzinger Residenzkünstlerin Dorothee Oberlinger und ihr Ensemble 1700 präsentieren ebenso verführerische wie opernhafte Gesänge für Blockflöte und Orchester aus einem neapolitanischen Manuskript. Hinzu kommt eine Triosonate des großen barocken Melodikers Georg Friedrich Händel. Und hinzu kommt ein Rätsel. Ist das Concerto a quattro in d-Moll für Blockflöte, Violine, Cello und Basso continuo eine Komposition des jungen Telemann, von der Händel später einiges abkupferte, oder ist es ein Gemeinschaftswerk der beiden? Wer kein Wachs in den Ohren hat, mag sich selbst eine Meinung bilden. Oder so lange die prägende Bassmelodie im Largo laut mitsingen, bis draußen mit Sirenengeheul der Streifenwagen vorfährt.
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Schwetzingen